Steuervorteile einer Holding und wann es sich lohnt

Du erfährst, wie du mit einer Holding Steuern sparen kannst, wann sich eine Holding steuerlich lohnt, welche Steuern tatsächlich anfallen und wie hoch die Ersparnis bei einem Anteilsverkauf realistisch ist. Anhand konkreter Rechenbeispiele für das Jahr 2026 erhältst du eine belastbare Entscheidungsgrundlage für deine Unternehmensstruktur.

Birte Lissner
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03.01.2026
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Holding-Steuern werden spätestens dann relevant, wenn die Gewinne steigen, mehrere Gesellschaften bestehen oder ein Unternehmensverkauf geplant ist. Eine Holding kann die Steuerlast bei Gewinnausschüttungen, Reinvestitionen oder Anteilsverkäufen deutlich senken, bringt aber auch zusätzliche Komplexität und Kosten mit sich.

Das Wesentliche in Kürze

  1. Holding ist eine Struktur, keine Rechtsform:
    Eine Holding besteht aus einer Muttergesellschaft und einer oder mehreren operativen Gesellschaften. Der steuerliche Effekt entsteht durch die Trennung von operativem Geschäft und Vermögensebene.
  2. Steuervorteile entstehen bei Gewinnverwendung:
    Der größte Vorteil liegt nicht im operativen Geschäft, sondern bei Ausschüttungen, Reinvestitionen und Anteilsverkäufen innerhalb des Holdingverbunds.
  3. Gewinne bleiben im Verbund weitgehend begünstigt:
    Werden Gewinne an die Holding ausgeschüttet und dort weiterverwendet, fällt auf Holding-Ebene nur eine sehr geringe Besteuerung an.
  4. Besonders sinnvoll bei Reinvestition und Exit:
    Eine Holding lohnt sich vor allem bei planbaren Gewinnen, langfristigem Vermögensaufbau oder einem geplanten Unternehmensverkauf.
  5. Keine Pauschallösung für jede Situation:
    Wer Gewinne regelmäßig privat entnimmt oder nur geringe Überschüsse erzielt, profitiert deutlich weniger. Ob sich eine Holding lohnt, hängt immer von der individuellen Planung ab.
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Auf einen Blick: So funktioniert die Holding steuerlich

Eine Holding ist keine eigene Rechtsform, sondern eine unternehmerische Struktur, bei der eine Muttergesellschaft Anteile an einer oder mehreren operativen Gesellschaften hält. In der Praxis wird diese Struktur meist durch eine Holding-GmbH umgesetzt, also eine GmbH, deren Zweck im Halten von Beteiligungen liegt. Die steuerliche Wirkung entsteht durch die Trennung von operativem Geschäft und Vermögensebene.

In der Praxis funktioniert das so:
Die operative Gesellschaft erwirtschaftet Gewinne und versteuert diese zunächst regulär mit Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer. Werden Gewinne anschließend an die Holding ausgeschüttet oder erzielt die Holding Erlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen, greift unter bestimmten Voraussetzungen § 8b KStG.

Danach sind Dividenden und Veräußerungsgewinne auf Ebene der Holding zu 95 % steuerlich freigestellt, während 5 % der Erträge als nicht abzugsfähige Betriebsausgaben gelten und der regulären Körperschaft- und Gewerbesteuer unterliegen. Bei der Holding-Gewinnabführung fallen daher nur etwa 1–1,5 % (vereinfachte, konservative Annahme) auf die übertragenen Gewinne an. Das ist ein erheblicher Vorteil gegenüber der direkten Ausschüttung an Privatpersonen.

Wichtig ist dabei die Einordnung, denn die Steuer entfällt nicht, sondern wird zeitlich verlagert. Solange Gewinne innerhalb des Holdingverbunds verbleiben, können sie nahezu steuerneutral reinvestiert werden, beispielsweise in weitere Beteiligungen, Immobilien oder den Ausbau bestehender Gesellschaften. Erst wenn Mittel aus der Holding an dich als Privatperson ausgeschüttet werden, fällt die Besteuerung auf privater Ebene an.

Für die private Entnahme aus einer GmbH kommen unterschiedliche steuerliche Gestaltungen in Betracht, etwa Gewinnausschüttungen, Geschäftsführergehalt oder Darlehensrückzahlungen. Die steuerliche Belastung unterscheidet sich je nach Entnahmeweg deutlich.

Damit liegt der Kern der Holding-Besteuerung nicht in einer vollständigen Steuerfreiheit, sondern in einem steuerlich effizienten Umgang mit Gewinnen innerhalb der Unternehmensstruktur. Ob und wie stark sich dieser Effekt auswirkt, hängt maßgeblich davon ab, ob Gewinne reinvestiert oder regelmäßig privat entnommen werden.

Die größten Steuervorteile einer Holding – inklusive Rechenbeispiele für 2026

Die steuerlichen Vorteile einer Holding entstehen nicht im operativen Geschäft, sondern bei der Weiterverwendung von Gewinnen. Entscheidend ist, ob Überschüsse im Unternehmensverbund verbleiben oder direkt privat entnommen werden. Genau hier greift der zentrale Mechanismus der Besteuerung einer Holding.

Steuervorteil 1: Laufende Gewinne im Holding-Verbund reinvestieren

Erwirtschaftet eine operative GmbH Gewinne, werden diese zunächst regulär mit Körperschaft- und Gewerbesteuer belastet. Wird der verbleibende Gewinn anschließend an eine Holding ausgeschüttet, fallen auf Holding-Ebene nur etwa 1,5 % Steuern auf die übertragenen Gewinne an, der bereits erläuterte Mechanismus des § 8b KStG.

Rechenbeispiel (vereinfacht):

  • Gewinn nach Steuern in der operativen GmbH: 100.000 €

  • Ausschüttung direkt an Privatperson: Abgeltungsteuer zzgl. Soli, deutlich reduzierte Netto-Liquidität

  • Ausschüttung an Holding: nur ein geringer Teil steuerpflichtig, der Großteil steht nahezu vollständig für Reinvestitionen zur Verfügung

Der Vorteil entsteht nicht durch Steuerfreiheit, sondern dadurch, dass Kapital länger im Unternehmen arbeiten kann. Besonders relevant ist das für Unternehmer, die Gewinne regelmäßig in neue Projekte, Beteiligungen oder Immobilien investieren.

Steuervorteil 2: Deutlich geringere Steuerlast beim Anteilsverkauf

Der stärkste steuerliche Effekt zeigt sich häufig beim Verkauf von Unternehmensanteilen. Wird eine operative GmbH privat gehalten, unterliegt der Veräußerungsgewinn der persönlichen Besteuerung. Wird sie hingegen über eine Holding gehalten, greift erneut die 95-%-Freistellung nach § 8b KStG.

Rechenbeispiel (vereinfacht):

  • Veräußerungsgewinn: 1.000.000 €

  • Verkauf aus dem Privatvermögen: erhebliche Steuerbelastung, je nach Struktur mehrere Hunderttausend Euro

  • Verkauf über eine Holding: nur ein geringer Teil des Gewinns steuerpflichtig auf Holding-Ebene

Wichtig ist die Einordnung: Der Gewinn bleibt zunächst in der Holding. Erst bei einer späteren Ausschüttung an die Privatperson fällt erneut Steuer an. Für Unternehmer mit Exit-Plänen oder langfristiger Reinvestitionsstrategie ist das der zentrale Vorteil.

Steuervorteil 3: Vermögensaufbau innerhalb der Holding

Gewinne, die in der Holding verbleiben, können für den weiteren Vermögensaufbau genutzt werden, etwa für neue Beteiligungen, Immobilien oder andere Investitionen. Da die Zwischenbesteuerung auf Holding-Ebene gering ausfällt, steht mehr Kapital für Wachstum und Zinseszinseffekte zur Verfügung als bei privater Anlage.

Auch hier gilt: Der Vorteil entfaltet sich vor allem dann, wenn nicht regelmäßig privat entnommen, sondern strukturiert reinvestiert wird.

Einordnung: Wann die Steuervorteile begrenzt sind

Die beschriebenen Effekte greifen nicht automatisch. Sie fallen geringer aus, wenn:

  • Gewinne überwiegend privat benötigt werden

  • nur geringe Überschüsse entstehen

  • eine Holding ohne langfristige Planung nachträglich aufgebaut wird

Eine Holding ist daher kein pauschales Steuersparmodell, sondern ein Werkzeug, das zur individuellen Unternehmens- und Vermögensstrategie passen muss.

Rechenbeispiele: Holding-Steuern im Zahlenvergleich

Steuerliche Vorteile lassen sich am besten anhand konkreter Zahlen einordnen. Das folgende Beispiel zeigt vereinfacht, wie sich eine Holding-Struktur auf die verfügbare Liquidität auswirkt.

Ausgangsbasis ist eine operative GmbH mit einem Jahresgewinn von 200.000 € vor Steuern. Verglichen werden eine direkte Ausschüttung an die Privatperson und eine Ausschüttung an eine Holding zur Reinvestition.

Annahmen für den Vergleich (vereinfacht)

  • Gewinn der operativen GmbH vor Steuern: 200.000 €

  • Steuerbelastung der GmbH (Körperschaftsteuer + Gewerbesteuer): ca. 30 %

  • Besteuerung auf Holding-Ebene bei Ausschüttung: ca. 0,9–1,0 % effektiv

  • Besteuerung bei privater Ausschüttung: ca. 26,4 % (25 % Abgeltungsteuer zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag; Kirchensteuer und Teileinkünfteverfahren nicht berücksichtigt)

Szenario A: GmbH ohne Holding-Struktur

Die Gewinne der operativen GmbH werden nach Steuern direkt an dich als Privatperson ausgeschüttet.

Ergebnis (vereinfacht):

  • Gewinn nach Steuern in der GmbH: 140.000 €

  • Steuer auf privater Ebene (26,4 %): 36.960 €

  • Netto-Liquidität privat: 103.040 €

Gesamte Steuerbelastung (Unternehmen + Privat): ca. 96.960 €

Szenario B: GmbH mit Holding-Struktur

Die Gewinne werden nicht privat entnommen, sondern an die Holding ausgeschüttet und dort weiterverwendet.

Ergebnis (vereinfacht):

  • Gewinn nach Steuern in der GmbH: 140.000 €

  • Steuer auf Holding-Ebene
    (5 % der Dividende steuerpflichtig × KSt + GewSt): ca. 1.300 €

  • Liquidität in der Holding zur Reinvestition: 138.700 €

Gesamte Steuerbelastung innerhalb des Unternehmensverbunds: ca. 61.300 €

Einordnung des Zahlenvergleichs

Der Vergleich zeigt den zentralen Effekt einer Holding-Struktur:

  • Durch die Ausschüttung an die Holding stehen rund 35.600 € mehr Liquidität für Reinvestitionen zur Verfügung als bei einer direkten Ausschüttung an die Privatperson.

Dieser Vorteil wirkt, solange das Kapital innerhalb der Unternehmensstruktur verbleibt. Erst bei einer späteren Ausschüttung aus der Holding an dich privat fällt erneut Steuer an.

Steuervorteile im Vergleich: GmbH ohne Holding vs. GmbH mit Holding

Aspekt GmbH ohne Holding (direkt privat) GmbH mit Holding-Struktur
Besteuerung laufender Gewinne Körperschaft- und Gewerbesteuer auf GmbH-Ebene; danach volle private Besteuerung bei Ausschüttung Körperschaft- und Gewerbesteuer in der operativen GmbH; Ausschüttung an Holding weitgehend steuerbegünstigt
Effektive Steuerbelastung bei Ausschüttung Ca. 26,4 % auf privater Ebene nach Unternehmenssteuern Ca. 1–1,5 % auf Holding-Ebene bei Weiterverwendung
Liquidität für Reinvestitionen Deutlich reduziert durch private Besteuerung Nahezu vollständig im Unternehmensverbund verfügbar
Besteuerung beim Anteilsverkauf Veräußerungsgewinn regelmäßig voll steuerpflichtig 95 % steuerfrei auf Holding-Ebene nach § 8b KStG
Zeitpunkt der Besteuerung Sofort bei privater Ausschüttung Erst bei späterer privater Entnahme aus der Holding
Eignung für Vermögensaufbau Eingeschränkt, da Gewinne früh besteuert werden Hoch, da Kapital steuerlich effizient gebündelt wird
Komplexität & laufender Aufwand Gering Höher durch zusätzliche Gesellschaft und Verwaltung
Geeignet für Unternehmer mit regelmäßigem Privatentnahmebedarf Unternehmer mit Reinvestitions- oder Exit-Strategie

Die Tabelle zeigt deutlich: Der steuerliche Vorteil der Holding entsteht nicht durch Steuerfreiheit, sondern durch den zeitlichen Aufschub der Besteuerung und die höhere Liquidität für Reinvestitionen innerhalb des Unternehmensverbunds.

Ab wann lohnt sich eine Holding wirklich?

Nach den Rechenbeispielen stellt sich die entscheidende Frage: Passt eine Holding-Struktur zu deiner Situation?

Die Antwort hängt weniger von einer einzelnen Zahl ab als von der Kombination aus Gewinnhöhe, Entnahmestrategie und langfristiger Planung.

Eine Holding entfaltet ihren steuerlichen Vorteil vor allem dann, wenn Gewinne nicht vollständig privat entnommen, sondern im Unternehmensverbund weiterverwendet werden. Wer Überschüsse regelmäßig reinvestiert, etwa in neue Projekte, Beteiligungen oder den strukturierten Vermögensaufbau, profitiert deutlich stärker als Unternehmer mit dauerhaft hohem Privatentnahmebedarf. Werden Gewinne hingegen überwiegend privat benötigt, reduziert sich der steuerliche Effekt erheblich.

Auch die Höhe der Gewinne spielt eine Rolle, da die zusätzliche Struktur einer Holding laufende Kosten verursacht, etwa für Buchhaltung, Jahresabschluss und Verwaltung. Bei niedrigen oder stark schwankenden Gewinnen überwiegt dieser Mehraufwand häufig. 

Ab einer gewissen Größenordnung können sich die steuerlichen Effekte jedoch klar durchsetzen, insbesondere wenn ein relevanter Teil der Gewinne im Unternehmen verbleibt. Als grobe Orientierung gilt: Ab stabilen Gewinnen im mittleren fünfstelligen Bereich kann eine Holding sinnvoll werden, deutlich messbare Vorteile zeigen sich häufig bei höheren, dauerhaft verfügbaren Überschüssen.

Besonders stark wirkt eine Holding, wenn eine klare langfristige Perspektive besteht. Das gilt etwa beim geplanten Aufbau mehrerer Gesellschaften, beim systematischen Vermögensaufbau oder bei einer mittelfristigen Exit-Strategie. Gerade beim späteren Anteilsverkauf entfaltet die Holding ihren größten Hebel – vorausgesetzt, die Struktur wurde rechtzeitig etabliert und nicht erst kurz vor dem Verkauf geschaffen.

Weniger geeignet ist eine Holding dagegen, wenn Gewinne überwiegend privat benötigt werden, nur geringe Überschüsse entstehen oder keine klare Reinvestitions- oder Exit-Strategie vorliegt. In diesen Fällen erhöht die Holding vor allem die Komplexität, ohne einen entsprechenden steuerlichen Mehrwert zu schaffen.

Für die eigene Entscheidung bedeutet das: Mit einer Holding Steuern zu sparen funktioniert dann optimal, wenn du Gewinne nicht nur erzielst, sondern strategisch einsetzt. Sie ist ein Werkzeug für Unternehmer mit Wachstums-, Investitions- oder Exit-Perspektive – nicht für kurzfristige Gewinnentnahmen.

Im nächsten Schritt helfen konkrete Praxisfälle und eine Checkliste dabei, die eigene Situation noch präziser einzuordnen.

Praxisfälle: Typische Holding-Szenarien aus der Unternehmenspraxis

In der Praxis entstehen Holding-Strukturen nicht aus steuerlichen Details, sondern aus konkreten unternehmerischen Situationen. Die folgenden Beispiele zeigen typische Konstellationen, in denen eine Holding sinnvoll eingesetzt wird – und worauf es jeweils ankommt.

1. Unternehmer mit wachsendem Gewinn und Reinvestitionsfokus

Ein klassisches Szenario ist die operative GmbH mit stabil steigenden Gewinnen. Ein Teil der Überschüsse wird nicht privat benötigt, sondern soll für neue Projekte, Beteiligungen oder den Ausbau des bestehenden Geschäfts eingesetzt werden.

In dieser Situation kann eine Holding als übergeordnete Struktur dienen, um Gewinne steuerlich effizient zu bündeln und gezielt weiterzuverwenden. Entscheidend ist dabei, dass die Reinvestition planbar ist und nicht jedes Jahr der Großteil der Gewinne privat entnommen wird.

2. Vorbereitung eines späteren Unternehmensverkaufs (Exit)

Viele Holding-Strukturen entstehen mit Blick auf einen möglichen Anteilsverkauf in einigen Jahren. Wird eine operative Gesellschaft über eine Holding gehalten, können Veräußerungsgewinne auf Ebene der Holding deutlich günstiger behandelt werden als bei einer direkten Beteiligung im Privatvermögen. 

Wichtig ist hier die zeitliche Planung: Eine Holding entfaltet ihren Vorteil nur dann vollständig, wenn sie frühzeitig etabliert wurde. Kurzfristige Umstrukturierungen vor einem Verkauf können steuerliche Nachteile oder Sperrfristen auslösen.

Gut zu wissen:

Bei Holding-Strukturen gelten bestimmte Mindesthaltedauern, die für die steuerlichen Vorteile entscheidend sind:

  • § 8b KStG (Anteilsverkauf):
    Die Beteiligung an der Tochtergesellschaft muss mindestens 1 Jahr gehalten werden, damit die 95 %-Freistellung auf Veräußerungsgewinne greift.

  • Einbringung bestehender Gesellschaften:
    Wird eine operative GmbH nachträglich in eine Holding eingebracht, gelten häufig Sperrfristen von bis zu 7 Jahren. Ein vorzeitiger Verkauf kann zu einer rückwirkenden Besteuerung führen.

3. Bündelung mehrerer Gesellschaften und Vermögenswerte

Auch bei mehreren operativen Einheiten oder unterschiedlichen Geschäftsbereichen wird häufig eine Holding eingesetzt. Sie ermöglicht es, Beteiligungen zu bündeln, Risiken zu trennen und Vermögenswerte strukturiert zu steuern. In solchen Konstellationen steht weniger die einzelne Steuerersparnis im Vordergrund, sondern die Kombination aus steuerlicher Effizienz, Übersicht und strategischer Steuerung des Unternehmensverbunds.

Diese Beispiele zeigen: Eine Holding ist kein Einheitsmodell. Sie entfaltet ihren Nutzen dort, wo Gewinne planbar entstehen, nicht vollständig privat verbraucht werden und eine klare strategische Perspektive besteht. Die Frage ist nicht, ob eine Holding grundsätzlich sinnvoll sein kann, sondern ob sie zu deiner Situation passt. Die folgende Checkliste hilft dir, das strukturiert einzuordnen.

Checkliste

Lohnt sich eine Holding für dich?

Diese Checkliste hilft dir, realistisch einzuschätzen, ob eine Holding-Struktur zu deiner aktuellen Situation passt. Bei der Besteuerung einer Holding zeigen sich die Vorteile vor allem dann, wenn mehrere Punkte auf dich zutreffen – je mehr du mit „Ja" beantworten kannst, desto eher entfaltet die Struktur ihren steuerlichen und strategischen Nutzen.

Gewinne & Struktur

  • Deine operative Gesellschaft erzielt regelmäßig Gewinne, nicht nur einmalig.

  • Ein Teil dieser Gewinne soll im Unternehmen verbleiben und nicht vollständig privat entnommen werden.

  • Die Gewinnhöhe ist planbar und nicht stark schwankend.

Reinvestition & Vermögensaufbau

  • Du möchtest Gewinne gezielt reinvestieren, etwa in neue Projekte, Beteiligungen oder Immobilien.

  • Du verfolgst einen langfristigen Vermögensaufbau über die Unternehmensstruktur.

  • Du bist nicht darauf angewiesen, dir jedes Jahr nahezu den gesamten Gewinn privat auszuzahlen.

Strategische Perspektive

  • Du planst den Aufbau mehrerer Gesellschaften oder hältst bereits mehrere Beteiligungen.

  • Ein Unternehmensverkauf (Exit) ist mittel- oder langfristig denkbar.

  • Du möchtest Vermögen und operatives Risiko klar voneinander trennen.

Organisation & Aufwand

  • Du bist bereit, eine zusätzliche Kapitalgesellschaft organisatorisch zu führen. Dazu gehört insbesondere eine ordnungsgemäße Buchhaltung für die GmbH, die mit steigender Struktur deutlich komplexer wird.

  • Laufende Mehrkosten für Buchhaltung, Jahresabschluss und Verwaltung sind für dich tragbar.
  • Du willst steuerliche Gestaltung strukturiert und langfristig, nicht als kurzfristiges Steuersparmodell.

Je mehr dieser Punkte auf dich zutreffen, desto eher kann eine Holding für dich steuerlich und strategisch sinnvoll sein. Treffen sie nur teilweise zu, ist entscheidend, wie gut sich Struktur und Organisation an deine aktuelle Situation anpassen lassen.

In der Praxis lässt sich der organisatorische Aufwand einer Holding gut steuern. Viele Unternehmer setzen von Beginn an auf digitale Buchhaltung, um Prozesse transparent und effizient abzubilden. Je nach Struktur kann es außerdem sinnvoll sein, einzelne Aufgaben oder die gesamte Buchhaltung auszulagern, um interne Ressourcen zu entlasten und die laufende Organisation schlank zu halten.

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Risiken und Nachteile einer Holding: Was du wissen solltest

Eine Holding bietet steuerliche und strategische Vorteile, bringt aber auch zusätzlichen Aufwand und klare Grenzen mit sich. Diese solltest du kennen, bevor du dich für die Struktur entscheidest.

Ein zentraler Punkt sind die laufenden Mehrkosten. Jede Holding ist eine eigene Gesellschaft mit Buchhaltung, Jahresabschluss, Steuererklärungen und weiteren administrativen Pflichten. Ab einer gewissen Komplexität wird die steuerliche Betreuung faktisch unverzichtbar, auch wenn es keine formale Steuerberaterpflicht gibt. Hinzu kommen Gründungs- und Beratungskosten. Bei geringen oder schwankenden Gewinnen kann dieser Mehraufwand den steuerlichen Vorteil teilweise aufzehren.

Gleichzeitig steigt die strukturelle Komplexität. Geldflüsse zwischen Holding und operativen Gesellschaften müssen sauber geregelt und dokumentiert sein. Fehler, etwa bei Darlehen oder Ausschüttungen, können steuerliche Korrekturen oder verdeckte Gewinnausschüttungen nach sich ziehen.

Steuerlich wichtig ist zudem die richtige Einordnung: Eine Holding verschiebt Steuern, sie hebt sie nicht auf. Gewinne werden bei späterer privater Entnahme regulär besteuert. Wer dauerhaft hohe private Entnahmen benötigt, profitiert daher deutlich weniger. Bei nachträglichen Umstrukturierungen oder kurzfristig aufgebauten Holdings können zudem Sperrfristen oder der Vorwurf eines Gestaltungsmissbrauchs den Steuervorteil zunichtemachen.

Kurz gesagt: Eine Holding lohnt sich nur, wenn die steuerlichen Effekte dauerhaft größer sind als Kosten, Aufwand und Gestaltungsrisiken und wenn eine klare wirtschaftliche Strategie dahintersteht.

Holding sinnvoll einsetzen statt pauschal Steuern sparen

Eine Holding ermöglicht keine pauschale Steuerersparnis, aber eine strategische Steuerung von Gewinnen. Ihr Vorteil liegt darin, Kapital innerhalb des Unternehmensverbunds effizient einzusetzen, Reinvestitionen zu erleichtern und insbesondere bei Anteilsverkäufen die Steuerbelastung deutlich zu reduzieren.

Ob sich eine Holding lohnt, hängt nicht allein von der Gewinnhöhe ab, sondern von deiner Reinvestitionsstrategie, deinem privaten Entnahmebedarf und deinen langfristigen Zielen. Richtig geplant und frühzeitig umgesetzt, kann sie ein wirkungsvolles Instrument für Wachstum, Vermögensaufbau und Nachfolge sein. Da Aufwand, Risiken und steuerliche Effekte stark von der individuellen Situation abhängen, lässt sich die Sinnhaftigkeit einer Holding nicht allgemein beantworten, sondern nur anhand konkreter Zahlen.

Wenn du wissen möchtest, ob und in welchem Umfang sich eine Holding für dich rechnet, ist eine individuelle Berechnung der nächste sinnvolle Schritt. Sie zeigt dir, welche Steuerwirkungen realistisch sind und ob die Struktur zu deiner unternehmerischen Planung passt.

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Häufig gestellte Fragen

Häufige Fragen zur Besteuerung der Holding

Ab wann lohnt sich eine Holding steuerlich?

Eine Holding lohnt sich steuerlich vor allem dann, wenn regelmäßig Gewinne entstehen, die nicht vollständig privat entnommen werden. Besonders sinnvoll ist sie, wenn Überschüsse reinvestiert werden sollen oder ein Unternehmensverkauf geplant ist. Bei geringen oder vollständig privat benötigten Gewinnen überwiegt häufig der zusätzliche Aufwand.

Kann ich mit einer Holding Steuern sparen?

Mit einer Holding lassen sich Steuern nicht vermeiden, aber strategisch steuern. Gewinne können innerhalb des Unternehmensverbunds deutlich günstiger weiterverwendet werden, etwa für Reinvestitionen oder Beteiligungen. Die volle Besteuerung fällt erst an, wenn Geld privat entnommen wird.

Welche Steuern fallen in einer Holding an?

Die operative Gesellschaft zahlt zunächst Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer auf ihren Gewinn. Ausschüttungen oder Veräußerungsgewinne sind auf Holding-Ebene weitgehend begünstigt. Erst bei einer späteren Ausschüttung aus der Holding an die Privatperson fallen wieder Steuern an.

Welcher Steuersatz gilt bei einer Holding-GmbH?

Auf Holding-Ebene werden Gewinne aus Beteiligungen nur zu einem sehr kleinen Teil besteuert, solange sie im Unternehmensverbund bleiben. Der effektive Steuersatz liegt dabei deutlich unter dem einer privaten Ausschüttung. Entscheidend ist jedoch, wann und wie das Geld später privat entnommen wird.

Was sind Risiken einer Holding?

Eine Holding bringt höhere Kosten und mehr Komplexität mit sich. Buchhaltung, Verwaltung und saubere Trennung der Geldflüsse sind zwingend notwendig. Zudem können Sperrfristen oder steuerliche Nachteile entstehen, wenn die Struktur zu spät oder ohne klare Strategie aufgebaut wird.

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