Die herkömmliche Planungsmethodik legt zunächst die einzusetzenden Logistik-Technologien fest, entwickelt dann darauf aufbauend die Logistikprozesse und sieht dieses Zwischenergebnis als Vorgabe für die Definition der IT-Prozesse.
Damit wird die IT erst relativ spät, nach der Festlegung der kostenbestimmenden Komponenten, in den Entscheidungsprozess eingebunden.
Das war sicherlich eine vernünftige Vorgehensweise zu der Zeit, in der die IT hauptsächlich dazu diente, bisher manuelle Prozesse abzubilden und schneller, effizienter und sicherer zu machen. Diese Zeiten sind aber vorbei.
Heute steht die Logistik vor der Aufgabe, die Prozesse grundsätzlich neu zu überdenken und Verfahrensweisen zu definieren, die überhaupt nur mit Hilfe einer hochentwickelten IT realisiert werden können und somit neue Rationalisierungspotenziale viel größeren Ausmaßes erschließen. Nur eine leistungsfähige IT kann die Anforderungen an komplexe Prozesse und hohe Systemlasten erfüllen. Daher müssen am Anfang der Entscheidungen auch IT-Überlegungen stehen und Systementscheidungen sowie Prozesse wesentlich beeinflussen, um nicht im späteren Projektverlauf zu einem begrenzenden Faktor oder einer unüberwindbaren Hürde zu werden.
Die parallele Planung von Logistik und IT liefert optimale Ergebnisse und verkürzt die Planungsphase des Projektes um drei bis sechs Monate. Der Zeitvorteil ist umso höher, je kritischer der IT-Pfad bei der Realisierung des Zielsystems ist.