LogiMAT-Fachforum: Objektive Logistikberatung - geht das?
Konkurrenz belebt tatsächlich das Geschäft!Die Vorstellung, dass Konkurrenz das Geschäft belebt, ist weithin bekannt. Dass durch Konkurrenz aber technischer Vorsprung erzielt wird, nicht.
Den Besuchern der LogiMAT wurde am 10.02.2011 genau diese Perspektive in dem Fachforum „Objektive Logistikberatung – geht das?“ vorgestellt.Ausgehend von der Darstellung des eigenen Tätigkeitsfeldes präsentierten sich vier Anbieter von Planungs- und Beratungsleistung für logistische Aufgabenstellungen unter der Moderation von Jörg Hossenfelder, Geschäftsführer der Marktforschungsgesellschaft Lünendonk.
Dr. Andreas Baader, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Barkawi vertrat im Forum die Perspektive der Managementberater: „Mit der Zunahme des Welthandels steigt parallel die Komplexität von Versorgungsketten vom Einkauf bis zum After Sales Service. Die daraus resultierenden Fragestellungen an die Supply Chain-Verantwortlichen in Unternehmen beantworten Managementberater indem sie optimale Lieferketten im Kontext von Marktanforderungen und Unternehmenszielen gestalten. Dies erfordert Transparenz und eine enge Zusammenarbeit, die auf gegenseitigem Vertrauen basiert“, so Dr. Baader.
Den Blick in die logistische Systemplanung lieferte Guido Lehrke, Geschäftsführer des Beratungs- und Planungsbüros integral: „Technische Lösungen sollten unabhängig und neutral erarbeitet werden, um für den Kunden einen Mehrwert zu erzielen, der sich in einem maßgeschneiderten Lösungskonzept niederschlägt. Äußere Faktoren wie Volatilität der Märkte und demographische Verschiebungen sind dabei genauso zu berücksichtigen, wie die bloßen Kennzahlen. Unsere Arbeit muss unter einem ganzheitlichen Ansatz stattfinden“, meint Lehrke.
Der demographischen Entwicklung begegnet Helmut Prieschenk, Geschäftsführer beim System-Integrator Witron, mit ergonomischen Lösungen, die er ganz klar auf dem Vormarsch sieht. Kunden, z.B. aus der Konsumgüterbranche, haben die Vorteile von automatischen Lösungen erkannt und integrieren mitarbeiterschonende Lösungen in ihre Unternehmensphilosophie. Prieschenk bezieht ganz klar Stellung gegenüber den Mitstreitern auf dem Podium: „Die aus Zentraleuropa kommenden weltweit erfolgreichen technischen Logistiklösungen sind gerade deshalb so gut, weil sich deren Anbieter in einem ständigen Wettbewerb miteinander befinden, was die Kompetenz beflügelt.“
Welchen Nutzen ganzheitlich und wissenschaftlich fundierte angewandte Forschung in Sachen Logistik bietet, zeigte der Ansatz von Dr. Thomas Heller, Abteilungsleiter Instandhaltungslogistik am Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML. Die strategisch ausgerichtete Integration von Innovationen gemeinsam mit Unternehmen in die Praxis sorgt für wirtschaftliche Lösungen und Praktikabilität in der Umsetzung. Das durch Pilotprojekte gewonnene Know-how wird nach Plausibilitätsprüfung gemäß der Fraunhofer-Philosophie an den Markt weitergegeben. Hiervon profitieren dann auch wieder die Konkurrenten.
Rund 90 interessierte Besucher verfolgten die Sequenz am letzten Messenachmittag und erfuhren, dass logistische Planungs- und Beratungsleistungen immer mehr in den Fokus von Unternehmensstrategien treten. Jörg Hossenfelder belegte dies mit Zahlen aus einer aktuellen Lünendonk-Trendstudie über Herausforderungen im Supply Chain Management.
Dieses LogiMAT-Fachforum wurde von integral thematisch entwickelt und organisiert.